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Remis im Krimi gegen Eichede

Auch das zweite Spiel der Germanen in der Aufstiegsrelegation für die Regionalliga Nord endete mit einem Remis. Auf neutralem Platz im Rotenburger Ahe-Stadion hieß es gegen den Meister aus Schleswig-Holstein, den SV Eichede, am Ende 2:2 Unentschieden.

Es war ein Relegations-Krimi, der wirklich alles bot: Aufopferungsvoll kämpfende Teams, tropische Temperaturen, sehenswerte Treffer, Platzverweise und haarsträubende Schiedsrichterentscheidungen. Aber der Reihe nach:

Die durch Alexander Hessel (Bänderriss) und Mirko Dismer (Platzwunde) ersatzgeschwächten Germanen ließen sich die vermeintlichen Personalsorgen nicht anmerken und legten los wie die Feuerwehr. Angetrieben über die starken 6er Stieler und Derr sowie einen unermüdlichen Weydandt in der Spitze waren die ersten 20min eine Demonstration in Sachen Wille, Disziplin und Teamgeist. Das 1:0 durch einen humorlosen und trockenen Kracher in den Winkel von Hendrik „Hulk“ Weydandt war die logische Folge. Weitere gute Einschussmöglichkeiten durch Derr, Bönig und Weydandt blieben ungenutzt. Ebenso verhinderte ein ausbleibender Elfmeterpfiff der zunächst souverän auftretenden Unparteiischen Riem Hussein den verdienten Zwei-Tore-Vorsprung. Die „Bravehearts aus Stormarn“ waren sichtlich überfordert vom Egestorfer Angriffspressing. Ihre Qualität sollte dennoch aufblitzen, als der agile Arnold Lechner (23. Min) seinen Bewachern nach einem Befreiungsschlag entwischte und frei vor Germanen-Keeper Straten-Wolf auftauchte. Lechner ließ sich nicht zweimal bitten, schob unten rechts ein und stellte den Spielverlauf kurzerhand auf den Kopf. Nach kurzer Schockstarre und einem Aufbäumen der Eicheder fingen sich unsere Germanen wieder und kamen zum Ende von Halbzeit 1 zu weiteren gefährlichen Offensiv-Aktionen. Der Treffer blieb allerdings aus, sodass es mit einem 1:1 in die Pause ging.

Halbzeit zwei begann mit einem klassichen Fehlstart: Zum Einen für unsere Germanen, die plötzlich einem 1:2 hinterherlaufen mussten und zum Anderen für das Schiedsrichtergespann, dem unter anderem dieser Faux-Pass ihre Beobachtungsnote verhagelt haben dürfte. Was war passiert? Marvin Stieler klärte vor dem ohrenbetäubend schreienden Eicheder Spieler den Ball. Dennoch ertönte ein Pfiff – Elfmeter. Filip Kraijnovic schnappte sich das Leder und brachte den SV Eichede überraschend in Front.

Dass die Germanen nach dem zweiten Schock zu ungünstigem Zeitpunkt weiterhin aufopferungsvollen und ansehnlichen Fußball spielten, ist ihnen hoch anzurechnen. Dennoch kam auch der SV Eichede besser in die Partie, die sich mittlerweile auf Augenhöhe befand. Nach einem gut getretenenen Freistoß von Spielmacher Joshua Siegert war es wieder einmal Hulk, der sich hochschraubte und das Leder aus eigentlich unmöglichem Winkel in die Ecke wuchtete. 2:2! Die Germanen-Tribüne tobte. Das Leben schien wieder fair zu sein.

Leider währte dieses Gefühl nur für einige Minuten. Dass Fußball scheinbar ein vollkommen körperloses Spiel ist, war unseren Germanen neu: Und so gab es für einen fairen Luftkampf von Hendrik Weydandt die Ampelkarte. Zwei Fouls, Gelb-Rot. So kann es manchmal gehen. Zumindest wenn es nach den Unparteiischen geht.

Nachdem kurze Zeit später auch noch Sascha Derr vom Platz gestellt wurde und wie Weydandt damit am Dienstag fehlen wird, ging es zu Neunt in die Schlussviertelstunde, die um über 5 großzügige Minuten erweitert wurde.

„Germania – Germania – Germania“ hallte es mittlerweile lautstark über die schöne Rotenburger Sportanlage in der Ahe. Die über 100 mitgereisten Germanen sorgten für die Unterstützung, die bei 30 Grad und zwei Mann Unterzahl notwendig waren. Und so gelang es unseren Roten, für die mittlerweile Beismann, Kelle und Baßler eingewechselt wurden, das Unentschieden über die Zeit zu retten. Eine große Teamleistung.

Dass das obligatorische Elfmeterschießen verloren ging, trübte die Stimmung nicht. Es bleiben der Stolz auf einen außergewöhnlichen Kampf und die Entschlossenheit, sich durch einen Heimerfolg am Dienstag, 19:30 Uhr gegen den Altonaer SC mit dem Aufstieg belohnen zu können.