
Die Konkurrenz hätte unseren Germanen keine bessere Vorlage geben können: Delmenhorst verlor zu Hause überraschend gegen Lüneburg (1:3), Bersenbrück und Spelle Venhaus (2:2) teilten sich die Punkte und auch Wilhelmshaven unterlag Rehden (1:4). Der einzige Konkurrent, der punktete, war allerdings ausgerechnet der eigene Gegner. Trotz Führung musste sich Germania am Sonntagnachmittag mit 1:3 (0:0) gegen Heeslingen im zweiten Spiel in Folge geschlagen geben. Auch, weil die Mannschaft von Trainer Boris Besovic nach dem 1:0 komplett die Kontrolle abgab.
Unsere Gäste gaben in den ersten zehn Minuten den Ton an, doch dann übernahmen unsere Germanen das Kommando. Daniel Zürn verfehlte das Tor nur knapp bei einem Weischuss (11. Munute). Fünf Minute später hatte Emmanuel Ugoala die Führung erzielen können, doch auch sein Schuss aus der Distanz ging knapp vorbei. Bis zur Pause boten sich u. a. Ruven Albrecht mehrere Einschussmöglichkeiten. Es ging also ohne Tore in die Pause.
So richtig kam die Partie aber erst nach dem Seitenwechsel in Fahrt. Gerade einmal zwei Minuten dauerte es, da fiel das erste Tor des Spiels. Topscorer Jonas Lübke behielt die Übersicht und legte klug zu Zürn, der von der Strafraumkante unhaltbar zum 1:0 einschoss. Auch nach dem Treffer waren die Egestorfer zunächst aktiver. „Es war eigentlich nur die Frage, wann das 2:0 fällt“, sagte Besovic.
Doch statt zu erhöhen, musste seine Mannschaft kurz darauf dabei zusehen, wie sich die Gäste erst über Zwölf-Tore-Mann Terry Becker zum Ausgleich (56.) konterten und vier Minuten später nach einem Freistoß durch Joel Schallschmidt per Kopfball nachlegten. „Wir haben wirklich 10, 15 Minuten richtig guten Fußball gespielt, hatten sie unter Kontrolle. und dann geben wir das komplett ab“, ärgerte sich der Coach. In der Folge drückten die Egestorfer auf das 2:2, ein weiteres Tor blieb den Gastgebern aber verwehrt. Stattdessen setzte Erik Köhler bei einem Konter in der 85. den Schlusspunkt der Partie, als er Germania-Schlussmann Bennet Ruf umkurvte und zum 1:3-Endstand einschob.
„Der Sieg ist okay. Wenn wir nicht in der Lage sind, das 1:0 zu kontrollieren und nach Hause zu bringen, dann ist es halt so“, so Besovic. „Ist natürlich nicht schön, weil die ganze Liga für uns gespielt hat, das war wirklich eine gute Gelegenheit.“ Statt eines komfortablen Drei-Punkte-Vorsprungs der Egestorfer hat nun das gesamte Oberliga-Spitzen-Trio 38 Zähler. Durch ein Nachholspiel haben die Heeslinger am Mittwoch gegen Wilhelmshaven sogar die Chance, der
Germania erstmals seit dem 14. Spieltag wieder die Tabellenführung zu entreißen.
Die aktuelle Tabelle nach dem 22. Spieltag: 1. 1FCGEL (38 Punkte), 2. Delmnenhorst (38), 3. Heeslingen (38), 4. Bersenbrück (34), 5. Wilhelmshaven (32). Auf den Abstiegsplätzen: 13. Wolfenbüttel (20), 14. Wetschen (12), 14. Lupo Martini (8) und 16. SV Holthausen/Biene (5).