
Nach der 0:2-Pleite bei Eintracht Braunschweig II konnten unsere Germanen in der Fußball-Oberliga die Tabellenführung nicht zurück gewinnen. Doch Coach Boris Besovic gibt sich betont gelassen, bleibt nach der dritten Niederlage in Serie ruhig: „Jetzt kommen bestimmt wieder irgendwelche Kritiker um die Ecke, die uns eine Krise bescheinigen. Ich sehe das aber anders.“. Sei das 1:2 beim VfV 06 Hildesheim verdient gewesen, habe sich seine Mannschaft sowohl beim 1:3 gegen den Heeslinger SC, als auch beim 0:2 in Braunschweig als die bessere Mannschaft erwiesen. „Leider haben wir aber in beiden Spielen unsere Chancen nicht genutzt.“
In Braunschweig ging es für die Germanen gut los. Bereits in der 2. Spielminute servierte Gean Rodrigo Baumgratz den Ball mustergültig für Ruwen Albrecht, der scheiterte freistehend an Keeper Marko Rajkovacic. „Das war eine super dicke Chance, den muss er eigentlich machen“, ärgerte sich Besovic. „Dann wäre an diesem Nachmittag wahrscheinlich vieles anders gelaufen.“ Optisch schien Germania gegen extrem defensiv eingestellte Hausherren die gesamte Zeit am Drücker. Doch beim Abschluss fehlte die Effizienz. So ließ Lasse Denker in der ersten Hälfte zwei weitere gute Möglichkeiten liegen.
Die Braunschweiger seien zwar aggressiv zu Werke gegangen, hätten sich allerdings spielerisch kaum entfalten können. Außer einem Kopfball von Hugo Luis Afonso (9.) seien in der gerade einmal zwei gefährliche Aktionen der Gastgeber zu notieren gewesen. Die allerdings waren drin. In der 11. Minute stand Adem Sipic frei vorm Germanen-Tor und traf zum 1:0, und in der Nachspielzeit machte Sebastian Dabrowski den Deckel drauf (90. + 1). „Die Braunschweiger haben nur eineinhalbmal auf unser Tor geschossen – das waren nicht mal zwei richtige Chancen“, ärgerte sich Besovic.
„Nach der Pause haben wir die ganze Zeit Druck gemacht und sind auch einige Male echt gefährlich geworden.“ Bei mindestens drei Offensivszenen würde er sagen: „Da müssen wir einfach mehr draus machen“, so der Germanen-Coach. Damit nicht genug. „Der Schiri hat uns mehrfach zu Unrecht ins Abseits gestellt“, monierte Besovic – dadurch sei eine Mannschaft um einige Hochkaräter gebracht worden. „Ein Tor haben wir sogar geschossen“, aber das annullierte der Unparteiische wegen einer vermeintlichen Abseitsposition von Nick Bode (65.). „Da haben selbst die Braunschweiger gesagt, dass das ein regulärer Treffer gewesen sei.“
Die Germanen steckten nicht auf, bissen sich aber an den leidenschaftlich verteidigenden Löwen-Talenten die Zähne aus – und diese nutzten die sich bietenden Räume zumindest zu dem einen, finalen Konter in der Nachspielzeit. „Natürlich sind wir extrem enttäuscht, dass wir wieder nichts geholt haben“, gab Besovic zu. Aber angesichts von nur drei Punkten Rückstand auf den Primus Atlas Delmenhorst und den Heeslinger SC sei nichts entschieden. „Die Liga ist verdammt eng – die anderen werden auch noch Federn lassen“, prognostizierte Besovic. „Es nützt nichts, den Kopf in den Sand zu stecken und deprimiert zu sein. Wir müssen versuchen, im Heimspiel gegen Wolfenbüttel zu gewinnen. Dann sieht die Welt wieder anders aus.“
Die aktuelle Tabelle nach dem 23. Spieltag: 1. Delmnenhorst (41 Punkte), 2. Heeslingen (41), 3. 1FCGEL (38), 4. Bersenbrück (35), 5. Hildesheim (34). Auf den Abstiegsplätzen: 13. Wolfenbüttel (20), 14. Wetschen (13), 14. Lupo Martini (9) und 16. SV Holthausen/Biene (9).