
Da hielt auch den für gewöhnlich recht besonnenen Egestorf-Trainer Boris Besovic nichts mehr auf: Als Pino Ballerstedt fünf Minuten vor Spielende Gäste-Verteidiger Justus Warnking den Ball vom Fuß klaute und zum 3:2 einschob, stürmte die gesamte Bank der Germania zum Torschützen und bejubelte ausgelassen das vermeintliche Siegtor. Kaum waren die Egestorfer wieder zurück an ihrem Platz, war die Freude schon wieder verflogen. Denn gerade einmal 60 Sekunden später glichen die Bersenbrücker doch noch einmal
aus. Am Ende des verrückten NFVPokal-Viertelfinals kam es für den 1.FC Germania Egestorf/Langreder gegen den TuS Bersenbrück sogar noch dicker. Weil die Gäste im Elfmeterschießen den kühleren Kopf behielten, durften sie anschließend den Halbfinaleinzug bejubeln. „Kämpferisch kannst du der Mannschaft gar keinen Vorwurf machen. Wenn du zweimal in der Lage bist, einen Rückstand aufzuholen, dann sagt das schon was aus“, resümierte Besovic die 8:9-Niederlage nach 3:3 (1:1).
Seine Elf hatte sich nach dem 4:0-Auswärtssieg aus der Vorwoche (ebenfalls gegen Bersenbrück) viel vorgenommen und unterstrich dies auch gleich von Minute eins an. Das erste Tor des Tages sollte aber Bersenbrücks Markus Lührmann gelingen (26.). Kurz vor dem Ausgleich musste Dominik Swientek auf der Linie klären. Im Gegenzug hatte Hannes Milan in der 37. Minute per technisch anspruchsvollem Lupfer auf dem Fuß und glich zum 1:1 aus.
Nach dem Seitenwechsel begann Egestorf wieder druckvoll – doch erneut machte der TuS durch Lührmann den nächsten Treffer (59.). Zum Ausgleich traf Hasan Özdemir per Kopf nach 83 Minuten, ehe Ballerstedt für die erste Führung sorgte. Das allerletzte Wort hatte eine Minute nach der ersten Egestorfer Führung des Nachmittags der eiskalte Lührmann, der sehenswert per Direktabnahme aus 16 Metern mit seinem dritten Treffer mitten ins Germania-Herz stach (87.). In der Nachspielzeit musste Emmanuel Ugoala auf der Linie retten.
Nach dem Abpfiff ging es ohne Verlängerung ins Elfmeterschießen, wo einzig Tigrinho verschoss. „Großer Respekt an alle, die da geschossen haben. Das ist schon ein großer Druck”, weiß Besovic. Aber: „Irgendeinen muss es treffen am Ende des Tages, leider hat es Tigrinho getroffen. Ich bin maximal bei ihm, die ganze Mannschaft auch. Ohne Tigi wäre der Club gar nicht da, wo er ist.“
Germanias Torschützen im Elfmeterschießen: 1:0 Ballerstedt, 2:1 Zürn, 3:2 Takyi, 4:3 Özdemir, 5:4 Denker.
Das nächste Spiel:
Oberliga: 1FCGEL vs. SC Spelle/Venhaus am Sonntag, 11.10.2026 um 14:30 Uhr im Stadion an der Ammerke in Egestorf.
Foto: Privat; Bericht: 1FCGEL/Maximilian Ehrlich (HAZ-NP);