Es war ein wenig so, als hätte der herbstliche Egestorfer Himmel schon eine Vorahnung gehabt, was da gleich ein paar Kilometer unter ihm passieren würde. Schaute die Sonne mal zwischen den grauen Wolken heraus, war sie mindestens auch genauso schnell wieder hinter dem Regen verschwunden. Wenig Licht und deutlich mehr Schatten: So lassen sich die 90 Minuten zwischen Germania und dem SC Spelle-Venhaus in der Fußball-Oberliga zusammenfassen. In einer ereignisarmen Partie behielten die Gäste mit 1:0 (0:0) die Oberhand, dabei spielten beide Teams am Ende nur mit jeweils zehn Mann.
Gegen Mitte der ersten Hälfte musste Germanen-Coach Boris Besovic gleich doppelt wechseln. Erst hatte sich Kapitän Til Anger an den Oberschenkel gefasst, dann kamen Luka Klimeks Schambeinprobleme wieder. Schlecht für die angespannte Personalsituation. Und es sollten nicht die einzigen Sorgen bleiben. Sportlich wurde es bis zum Halbzeitpfiff aber nicht mehr besonders stürmisch. Dafür danach etwas mehr. Gleich wenige Sekunden nach Wiederbeginn probierte es Pino Ballerstedt aus 20 Metern einfach mal (46.). Die Gastgeber waren nun aktiver und spielten sich nach 52 Minuten ihre beste Chance des Spiels heraus, Daniel Zürns Abschluss landete aber nur am Außennetz.
Fünf Minuten später jubelten die Gäste. Aufregung gab es bei der Germania dabei nicht nur wegen Moritz Paulis Treffer zum 0:1 (57.). Wegen eines Fouls zuvor musste Tigrinho laut neuer Regelauslegung für eine Minute draußen bleiben und fehlte somit bei der entscheidenden Ecke.
Das Fußballspiel war nach einigen Schauern nun eher zur Rutschpartie geworden. So räumte Spelles Mittelfeldmann Felix Golkowski Hassan Roi Kaba ab, sah folgerichtig Gelb-Rot (75.). In Überzahl versuchten die Platzherren in der verbleibenden Viertelstunde noch einmal alles, machten sich kurz vor Ende das Leben aber selbst schwer: In der Nachspielzeit sah auch Hannes Milan zum zweiten Mal wegen Meckerns die Gelbe Karte und musste runter.
Nach dem Abpfiff war Besovic „mega enttäuscht. Es war eng, ja. Wir haben genau gewusst, was sie machen. Aber wir waren vor dem Tor nicht zwingend genug. Und dann verlierst du das Ding halt.“
Das nächste Spiel in der Oberliga Niedersachsen:
SV Vorwärts Nordhorn vs. 1FCGEL am Sonntag, 18.10.2026 um 14:30 Uhr in Nordhorn.
Foto: deisterpics/Stefan Zwing; Bericht: 1FCGEL/Maximilian Ehrlich (HAZ-NP);